
Bewässerungstechnik
Schon sehr früh haben die Menschen erkannt, daß das Pflanzenwachstum vom Wasser abhängt. Für bewussten Pflanzenbau bei Wassermangel wurden erste Bewässerungstechniken entwickelt, bei denen knappes Dargebot durch Beileiten, Heben oder Speichern von Wasser ausgeglichen wurde.
Die Notwendigkeit zur Gemeinschaftsarbeit und die sichere Fülle an Nahrung waren wesentliche Voraussetzungen für die Entwicklung der alten Zivilisationen und Hochkulturen. Die Wechselwirkung zwischen Macht dieser Imperien und Zustand Ihrer Bewässerung kann durch Jahrtausende verfolgt werden.
(aus Taschenbuch der Wasserwirtschaft)
- Projektfindung: Aus generellen Kenntnissen von Klima, Hydrologie, Landschaft, Boden und Landwirtschaftsstruktur werden mögliche Projektgebiete definiert.
- Vorprojekt: Die Informationen werden so weit vertieft, daß aus den Alternativen die vielversprechenden ausgewählt werden können.
- Durchführbarkeits-Studie: Natürliche und anthropogene Grundlagen, technische Lösung, Zeitplan und Wirtschaftlichkeit werden analysiert als Basis für Finanzierungsverhandlungen.
- Bauplanung: Forderungen und Auflagen der Finanzierungsinstitute werden berücksichtigt und Ausschreibungsunterlagen erstellt.
- Baudurchführung und Betrieb: Annahmen und Schätzungen werden an der Wirklichkeit überprüft und, wenn notwendig, Pläne revidiert.
- Nachevaluierung: Nach einigen Jahren Betrieb werden die Planungsdaten mit den erzielten Ergebnissen verglichen. Dies wird oft erst bei der Notwendigkeit zur Rehabilitierung nachgeholt.
Bewässerung soll der Pflanze möglichst optimale Bedingungen für hohen Ertrag und bessere Qualität schaffen. Je nach Bedarf der Pflanze und des Standortes kann daher die Bewässerung zur Verbesserung der Wasserversorgung, der Nährstofferschließung, des Bestandsklimas oder des Pflanzenschutzes beitragen.
- Bodenanfeuchtung
- Bodenentsalzung
- Düngung, Pflanzenschutz und Krankheitsbekämpfung
- Frostschutz, Klimatisierung und Qualitätsverbesserung
- Abwasserverwertung
Ziel der anfeuchtenden Bewässerung ist eine möglichst gleiche Versorgung der Kulturpflanzen, die entweder eine flächen-, linien- oder punktförmige Wasserverteilung, je nach Pflanzenanordnung, bedingt.
Stauverfahren- Grabenstau
- Furcheneinstau
- Tellerbewässerung, Lochbewässerung
- Beckeneinstau, Flächenüberstau
Rieselverfahren
- Wilde Rieselung, Hangrieselung, wilde Überflutung
- Landstreifenrieselung, künstlicher Hangbau, Rückenbau
- Furchenrieselung, Rillenrieselung
Beregnung
Beregnungsanlagen umfassen Druckerzeugung, Rohrleitungssysteme, Regner und Zubehör. Die Regner können im Quadrat-, Rechteck- oder Dreiecksverband aufgestellt werden. Je größer die Überdeckung der Benetzungsflächen der Einzelregner, um so größer der Gleichmäßigkeitsgrad.
Tropfbewässerung
Tropfbewässerung ist eine häufige punkt -oder linienförmige Wassergabe, die eine Begrenzung der Durchfeuchtung auf den 30 bis 60 % durchwurzelten Bodenraum der Kulturpflanzen anstrebt. Sie ist daher besonders für Einzel- und Reihenpflanzung geeignet.
